Zukünftige Wertschöpfung in den oberösterreichischen Regionen 2030

Welche Produkte und Dienstleistungen werden die oberösterreichischen Regionen 2030 anbieten? Wie werden wir leben? Angesicht vieler auf uns zukommender Problemlagen ist eine Auseinandersetzung mit diesen Fragestellungen kein sinnloser Zeitvertreib, sondern vielmehr eine lebensnotwendige Richtungsfindung. Dass unser Wohlstandserwerb in dieser Form nicht mehr aufrechtzuerhalten ist, zeigt nicht nur die schon 5 Jahre andauernde Wirtschaftskrise, sondern auch die verheerenden Klima- und Energiedaten, die einen massiven Umbau unserer Wirtschaft dringend notwendig machen. Wo liegen daher die Chancen und auf was können wir aufbauen?

100% Erneuerbare Energie

Die Regionen haben durch ihre oft hervorragende Lage tolle Chancen, innerhalb kurzer Zeit vollständig auf Erneuerbare Energie umzusteigen. Eine geschickte Mischung aus Sonne, Wind und Biomasse würde sowohl den Elektrizitäts- als auch Wärmebedarf decken und den Großteil der Wertschöpfung vor Ort verankern.

Tourismus

Der Trend zum kurzen und intensiven Tagestourismus wird noch stärker.Millionen von Menschen machen mehr und mehr Kurzausflüge. Regionen als Naherholungsgebiet gewinnen dadurch für Nachmittagsausflüge immer mehr an Bedeutung. Viele Menschen sehnen sich nach Ausgleich und Ursprünglichkeit im automatisierten schnelllebigen Berufsalltag. Die Natur-, Kultur- und Sporterfahrung rückt daher in den Mittelpunkt. Eine Gastronomie, die diesen Wunsch erfüllen kann und etwa neuinterpretierte regionalae Traditionsküche serviert, wird sich vor gewisser Prominenz nicht schützen können.

Landwirtschaft

Der Trend zu origineller Küche aus der Region betrifft gerade die Landwirtschaft. Woher sollten den sonst die hochwertigen Produkte und deren Veredelung kommen? Gerade der Trend vom bewusstem  und vielfältigem Essen und daher einer Wiederentdeckung von vielen vom Teller verschwundenen Fleischgerichten, Kräutern und Gemüsesorten lassen ein altes Betätigungsfeld wiederauferstehen. Auch der Bereich Erneuerbarer Energie ist noch nicht fertig entwickelt und die zusätzliche Rolle des Energiewirtes könnte für einige eine Chance sein. Zusätzlich gibt es vermehrt den Trend, den Lebensabend nicht in einem Altersheim in der Stadt zu verbringen, sondern im Grünen und nicht mehr abgenabelt vom täglichen Lebensfluss. Es wird somit neben Altersheimen auch neue Schul-, Tourismus- und Behindertenbetreuungsangebote auf Bauernhöfen geben.

Gewerbe

Der Ressourcenverbrauch gerade im Bausektor ist auf diesem Niveau laut EU-Kommission, Bundes- und Landesregierung nicht mehr lange haltbar. Es wird immer klarer, dass wir deutlich weniger Ressourcen im Bausektor verwenden müssen. Es gibt daher starke Bestrebungen in Richtung Nachwachsender Rohstoffe. Gerade Holz- und andere natürliche Produkte, wie Stroh, Flachs und Lehm werden als alternative Möglichkeit gesehen, energieintensive und nicht-abbaubare Rohstoffe zu ersetzen. Es wird daher ein neues Netzwerk an Gewerbebetrieben entstehen, die solche Produkte produzieren und hochwertig verarbeiten können. (AS)

Diese Bereiche wurden von mir als wesentliche Potentiale für Regionen identifiziert und stellen keinen fertigen Entwicklungspfad dar, sondern sollen den gemeinsamen Such- und Lernprozess für das zukünftige Wirtschaften unterstützen.

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