Transformative Innovationen zur Erschließung von nachhaltigkeitsorienterten Zukunftsmärkten in Oberösterreich

Oberösterreich steht vor dem Hintergrund der derzeitigen Krisenszenarien und -meldungen (Siemens-VAI, Voest, Autozulieferindustrie) vor der Herausforderung, die Erfolge und Höhepunkte der Vergangenheit hervorzuheben, um Starrheit und Fluchtreflexe zu vermeiden und um zukunftsfähig zu bleiben. Um zukunftsfähig zu werden, um institutionellen Beharrungskräften und politischen Widerständen zu überwinden, um Komplexität der Wechselwirkungen (ambivalente Ziele, unsicheres Systemwissen, verteilte Macht- und Beteiligungsstrukturen) zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen auszugleichen sind neue Strategien und Methoden zur transformativen Gestaltung der sozio-technischen Entwicklung in Oberösterreich erforderlich .

Um neue transformative Produktionslinien zu erschliessen müssen entlang/quer des gesamten Lebenszyklus Kooperationen und Allianzen geschlossen werden.

Damit sind Innovationen angesprochen, die auf unterschiedlichen Ebenen der Wertschöpfungskette angesiedelt sind, die der gesamten Gesellschaft mithin ein bisher nicht erreichtes Innovationsniveau abverlangen: Es geht dabei nicht nur um neue Produkte, Dienstleistungen und technische Verfahren, sondern insbesondere um die für diese Innovationen erfolgsentscheidenden sozialen, institutionellen und organisatorischen Innovationen.

Wie Oberösterreich und diese (neuen nachhaltigkeitsorientierten) Institutionen und Akteure nachhaltig innovativ werden und bleiben können, wird in den zunehmend formelhaft-beschwörend präsentierten Wendeszenarien, Rankings, Maßnahmenkatalogen, 100 Tage-Programme und Checklisten ausgespart.

Dass nachhaltige Innovationsfähigkeit und nachhaltige Innovationen möglich sind, zeigen die Erkenntnisse und Erfahrungen der Nachhaltigkeits-, Technik- und Innovationsforschung, die auch Oberösterreich im Strukturwandel Orientierung bieten können in Hinblick auf:

  • das Primat des wirtschaftlichen Erfolgs, insbesondere des kurzfristigen, das sich innovationsstrategisch und auch als Parameter für längerfristig konsolidierten ökonomischen Erfolg nicht bewährt hat und zu ersetzen ist durch eine integrierte Perspektive auf ökonomische, technische, ökologische und soziale Innovationen, deren Abstimmung und Ausgleich jedoch mit erhöhten Interessen- und Aushandlungskonflikten verbunden sind;
  • die Dominanz technischer, natur- und wirtschaftswissenschaftlicher Innovationen, die den Ausgleich und die Moderation dieser Zielkonflikte ebenso behindert wie die notwendige Entwicklung von Systeminnovationen in regionalen Unternehmenskooperationen, Innovationsnetzwerken etc., weil deren Arrangements gekennzeichnet sind durch die Interdependenz technischer, organisatorischer und sozialer Innovationen;
  • den Effizienz- und Planungsoptimismus, der Wendeszenarien, Handlungsanleitungen und Checklisten oft selbst dann innewohnt, wenn soziale Innovationen, neue inter-organisationale Lernkompetenzen und intermediäre Politikarrangements als notwendig erachtet und gestaltet werden, und der zur Folge hat, dass mit Innovationen einhergehende Unsicherheit, Nichtberechenbarkeit und Ambiguität unterschätzt und daraus entstehende Innovationsresistenzen und Reformblockaden ignoriert werden.

Nachhaltiges Transformatives Innovationsmanagement zielt darauf ab, unternehmensorganisatorisch und -strategisch auf ungewisse zukünftige Anforderungen auf Seiten des Marktes, des sozialen und des politischen Umfeldes bestmöglich vorbereitet zu sein.

Es erfordert demnach vor allem die Förderung, Organisation und Kontinuität von permanenten Suchprozessen nach immer besseren Problemlösungen. Die Organisation der Suchprozesse nach immer besseren Problemlösungen und das Experimentieren mit darauf abgestimmten neuen Formen der Beteiligung und Vernetzung von unterschiedlichen Akteuren ist schließlich selbst eininnovativer Prozess, der insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen vielfach mit der Notwendigkeit einer grundlegenden Revision ihrer bislang erfolgreichen Praktiken und Routinen konfrontiert. Die dazu erforderlichen Veränderungsprozesse und Instrumente können ihrerseits jedoch nur aus den vorhandenen, in der Regel aber erst zu identifizierenden Potenzialen der Unternehmen, ihrer Kooperationen etc. heraus entwickelt werden.

Mit Blick auf eine Nachhaltigkeitsorientierung geht es nicht um Steigerung der Innovationsfähigkeit an und für sich, sondern um »Innovationen mit Richtungssinn« und um ein situations- und realitätsangepasstes, pragmatisches Innovationsverständnis, das die Aspekte Interaktion, Rekursivität, institutionelle Kompatibilität und Viabilität von Innovationen und die Frage der Innovationsfähigkeit ins Zentrum rückt. Am Ende eines so verstandenen Innovationsprozesses stehen dann auf Grund seiner unkalkulierbaren Eigendynamik und Mikropolitik keine erfüllten Masterpläne mit Optimalergebnissen, sondern Lösungen, die gangbar, anschlussfähig, lebensfähig (zu machen) sind.

Dass ein reflexives, prozess- und entwicklungsorientiertes Innovationsverständnis gerade Oberösterreich neue nachaltige transformative Entwicklungspfade erschließen kann, zeigen die Erfolge und Höhepunkte der Vergangenheit.

#c&w #DL #V01 #beule

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