Technisierung, Beschleunigung, Subjektivierung, Verwissenschaftlichung, Medialisierung, Zeitknappheit und das Ende der Koch- und Mahlzeitkultur ….

Die vorherrschende Konsumkultur, bewirkt eine Ökonomisierung der sozialen Praktiken, indem sie z. B. ein Versprechen der Entlastung (Technisierung und Beschleunigung), des Erlebens (Subjektivierung) und der Erkenntnis (Verwissenschaftlichung und Medialisierung) geben. Gleichzeitig geht von diesen Prozessen eine wachsende Dynamik der Steigerung aus, die nicht nur zu Entmündigung, Überforderung, Orientierungsverlust und Entfremdung der Konsumentinnen und Konsumenten führt, sondern auch weitreichende soziokulturelle und klimaschädliche Folgen in sich birgt. Diese ambivalente Qualität kultureller Prozesse lässt sich am Beispiel der Ernährungswirtschaft ausschnitthaft skizzieren.

Die Ergebnisse der Projektes WENKE2 – Wege zum nachhaltigen Konsum – Energie, Ernährung“ verdeutlichen, dass zeitgenössische Ernährungspraktiken kulturellen Kompetenzverschiebungen unterliegen, die sich einerseits als „verloren gegangenes Wissen“ hinsichtlich der Kompetenzen des Selbermachens und der Wertschätzung von Lebensmitteln sowie der sozialen Funktion von Mahlzeiten umschreiben lassen; andererseits verläuft diese Kompetenzverschiebung in Komplementarität zu den identifizierten temporalen Pfaden der Technisierung, Beschleunigung, Subjektivierung, Verwissenschaftlichung und Medialisierung. Eine solche Komplementarität bzw. Co-Evolution von Konsumgütern und -prozessen kann beispielhaft über die Durchsetzung der Tiefkühltruhe bis hin zur Verbreitung der Mikrowelle in den Haushalten sowie der wachsenden Produktion und Konsumtion von Tiefkühlprodukten und Fertiggerichten verfolgt werden.

Parallel führt die empfundene Zeitknappheit zu einer Erosion der Koch- und Mahlzeitenkultur.

Der Kompetenzverlust hinsichtlich der Kenntnis von (lokalen) Produktionsweisen und (regionaler) Herkunft der Lebensmittel begründet nicht nur eine mangelnde Wertschätzung der Produktqualität, sondern führt auch zu Fehleinschätzungen hinsichtlich der ökotrophologischen Qualität, die in zunehmender Fehlernährung zum Ausdruck kommen.

http://www.fk2.uni-oldenburg.de/wenke2/

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